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Bass-Tuning bei isophon Bandpass Lautsprechern

Während bei herkömmlichen Basskonstruktionen, wie zum Beispiel geschlossenen Boxen, Bassreflex-Systemen, Transmissionline, etc. die Lautstärke der Basswiedergabe durch die Gehäuse-Basschassis-Wahl vorbestimmt ist und nicht nachträglich verändert werden kann, bleibt diese Möglichkeit bei unserer Bandpass-Innentreiber-Technologie bestehen.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Konstruktionen wird der Schall nicht direkt von der Membran in den Hörraum abgestrahlt, sondern der innenliegende Bass regt die Luft im Innern des Gehäuses zum Mitschwingen an (erzwungene Schwingung). Die nun schwingende Luftsäule regt ihrerseits die Luft im Innern des Auskoppelresonators (Rohr oder Kanal) zum Schwingen an und diese strahlt dann den Schall am Auslass des Resonators in den Hörraum ab. Es liegt also ein schwingfähiges Masse-Feder-System vor (der Physiker spricht von einem harmonischen Oszillator) bei dem die Luft im Inneren die Feder, die Luft im Auskoppelresonator die Masse und der Lautsprecher die antreibende äußere Kraft darstellt.
Die Differentialgleichung eines solchen Systems ist eindeutig lösbar, so dass das gesamte Verhalten (Frequenzgang und Zeitverhalten) berechenbar ist. Der Vorteil an einem solchen Bandpasssystem ist ein linearer Übertragungsbereich, welcher bei tiefen Frequenzen durch einen Hochpass 2. Ordnung und am oberen Frequenzende durch einen Tiefpass 2. Ordnung begrenzt wird. Aus diesem Grund spricht man von einem Bandpasssystem. Herkömmliche Systeme haben keinen „eingebauten“ Tiefpass.

Wie wirkt sich dieser Konstruktionsunterschied aus?
Die Antwort wird klar, wenn man bedenkt, dass nahezu alle weltweit anerkannten Referenzlautsprecher Drei-Wege-Systeme sind und dementsprechend eine Frequenzweiche benötigen, welche die einzelnen Wege aufsplittet. Das Abschneiden der mittleren und höheren Frequenzen geschieht dabei durch eine oder mehrere Spulen, die umso größer sind, je tiefer dieser Abschneidepunkt liegt. Spulen haben leider die negative Eigenschaft, dass sie die Laufzeiten der Musiksignale durch das Frequenzweichennetzwerk verzögern, so dass die tieffrequenten Musikanteile später als die mittleren und höherfrequenten abgestrahlt werden.
Je größer die Induktivitäten dieser Spulen, desto größer die Laufzeitverzögerung. Eine akustische Tiefpassfunktion, wie beim Bandpasssystem, hat keine Verzögerung zur Folge. Bandpasssysteme sind hier also klar im Vorteil.

Wie wird die Lautstärke eines Bandpasssystems angepasst?
Dies geschieht durch Einbringen von Dämmaterialien, welche die Luftresonanzen reduzieren, in das Gehäuseinnere (hierdurch wird allerdings auch der Wirkungsgrad des Systems reduziert).
Grobporige Schaumstoffe im Auslassresonator haben ähnliche aber noch effektivere Wirkung, sie beruhigen den Luftstrom und verhindern „Resonatorpfeifen“, zudem wirken sie frequenzselektiv.
Schaumstoffe am Resonatoreinlass bedämpfen vor allem höherfrequente Anteile um 80 Hz, Schaumstoffteile am Resonatorauslass vor allem den Bereich um 40 Hz. So kann man durch gezieltes Einbringen von kleinen Schaumstoffteilchen im Resonator sowohl die Lautstärke der Basswiedergabe als auch eine frequenzaufgelöste Bedämpfung erreichen.

Querschnitt Europa II
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